Folge 10 – Was motiviert uns zum Weiterspielen?

Spielen – das wird wohl jeder Gamer zugeben müssen – ist ein sehr zeitaufwendiges Hobby, und das kommt nicht von ungefähr: Während ein durchschnittlicher Film zumeist nach 90 Minuten zu Ende ist kommen die meisten Spiele zu diesem Zeitpunkt meist erst richtig in Fahrt und eine Spielzeit von unter 6-8 Stunden wird gerne als Kritikpunkt herangeführt, der sich negativ auf Wertungen niederschlägt. Doch nicht jedes Spiel schafft es, den Spieler Tage (ganz zu schweigen von Wochen und Monate) lang zu fesseln.
Was also bindet uns an ein Spiel? Was bewegt uns dazu, vom Tutorial bis zum Abspann treu zu bleiben? Woran kann die Motivation auch scheitern? Anhand von Beispielen aus unseren eigenen Spielerfahrungen versuchen wir, diesen Fragen auf den Grund zu gehen.

Shownotes/Genannte Spiele

This entry was posted in Podcast and tagged , , , , , , , , , , , . Bookmark the permalink. Post a comment or leave a trackback: Trackback URL.

2 Comments

  1. Posted March 26, 2012 at 23:00 | Permalink

    Wieder eine sehr interessante Folge 🙂

    Die Dinge, die einen Spieler bei der Stange halten, das ist so eine Wissenschaft für sich, das habt ihr gut rausgebracht. Auch, dass jeder Spieler ein subjektives Empfinden hat was Immersion und User-Experience angeht. Deswegen haben Spieleentwickler ja auch unterschiedliche Zielgruppen, auf die sie ihre Spiele anpassen. Dass ein bestimmtes Spiel nicht jedermanns Liebling wird, egal wie gut es ist, dürfte jedem klar sein. Wie auch Tobias mit seinen Interviews gezeigt hat, jeder Spieler spielt ein Spiel aus unterschiedlichen Motivationen heraus.

    Für mich persönlich ist die Motivation neben Immersion und Herausforderung die Lust am Neuen. Mich interessiert, was ein Spiel mir zu bieten hat, was andere Spiele nicht bieten können. Ich brauche wohl kaum zu erwähnen, dass ich sehr lange nach Spielen suchen muss, um etwas zu finden, was diesem Anspruch gerecht wird 😉 Das ist natürlich wieder das Originalitätsdogma, was ich immer wieder gerne aus der Tasche ziehe… zugegeben, vielleicht auch zu unrecht. Denn es ist genau so, wie ihr es gesagt habt, vor fünf Jahren hätten wir gemeckert, dass schon wieder ein WW2-Shooter rauskommt. Es tut sich schon was, nur eben langsam.

    Dennoch bin ich der Meinung, schöne Geschichten hin oder her, Spiele sollten nicht versuchen Filme oder Bücher zu sein. Sie sollten das tun, was sie am besten können, interaktiv sein. Mein Bruder hat neulich von Uncharted 3 geschwärmt. Ich müsse es unbedingt spielen. Ich habe mir heute eine Stunde Zeit genommen. In dieser Zeit habe ich den sehr cinematischen Prolog mit semi-quicktime-events, eine kurze Kletterparie in einer Columbianischen Stadt und den Ladebildschirm erlebt. Alles in Einem beinhaltete das Ganze vielleicht 25 Minuten Knöpfchendrücken,… netto. Ein sehr schönes Spiel, nicht abzustreiten, aber noch hat es mich nicht in seinen Bann gezogen und ich muss zugeben, dass ich in dieser Hinsicht mit zunehmendem Alter immer ungeduldiger geworden bin. Ich glaube ich bin da ein Härtefall. Ich brauche von Anfang an ein Aha-Moment, einen Twist, der Lust auf mehr macht. Dann bleibe ich garantiert am Ball. Natürlich gebe ich Spielen wie Uncharted3 weiterhin eine Chance, es fällt mir einfach nur schwerer.

    • Tobias Knoll
      Posted March 27, 2012 at 13:36 | Permalink

      Oh ja, vielen Dank die Narratologen/Ludologen Debatte :D… Für alle nicht eingeweihten: In der Spieleforschung tobt seid geraumer Zeit eine Debatte darum, ob Spiele den bisher etablierten Medien Film und Literatur zugeordnet werden und entsprechend analysiert werden dürfen, oder ob sie ein völlig eigenständiges Medium sind, das auch entsprechend eigene Analysemethoden bedarf. Wer sich für die Debatte interessiert (und des Englischen mächtig ist UND keine angst vor wissenschaftlicher Literatur hat) kann sich mal das “Game Studies” Journal anschauen. Alle Artikel sind frei verfügbar und vor allem die Frühen ausgaben beschäftigen sich gerne mal mit dem Streit zwischen Ludologen und Narratologen.
      Zu deinem Kommentar: Du hast natürlich mit Uncharted so ziemlich das extremste Beispiel für mangelnde Interaktivität und cineastische Präsentation in einem aktuellen Spiel herangeführt. Auch wenn der Trend in der gegenwärtigen AAA Spieleentwicklung – gerade auch wegen technischen Innovationen und neuen Möglichkeiten – wohl weiter in diese Richtung gehen wird stehe ich dem Ganzen doch eher gelassen gegenüber. Spiele wie die Mass Effect Serie haben mir aber gezeigt, dass Stilmittel aus Filmen und Büchern ein Spiel durchaus bereichern können, ohne ihm den “Spielcharakter” abspenstig zu machen, während auf der anderen Seite Spiele wie Dwarf Fortress oder Minecraft zeigen, dass ein Spiel auch ohne eine tiefe Story oder bombastische Inszenierung auskommen kann.
      Das Medium spiel ist glücklicherweise weitläufig und heterogen genug um beide Ausgestaltungen (und sämtliche Grauzonen dazwischen) beherbergen zu können. Entscheidend ist dann letzten Endes nur der persönliche Geschmack.

      Es sei denn man ist strenger Ludologe, dann kommt nämlich alles außer der reinen Spielmechanik direkt aus der Hölle! 😉

Post a Comment

Your email is never published nor shared. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*
*

*
= 5 + 7